Sprachstörungen

Ein Schlaganfall, eine Hirnblutung, unfallbedingte Hirnverletzungen, Hirntumore, entzündliche Erkrankungen des Gehirns und auch Hirnabbauprozesse können der Grund für eine Sprachstörung im Erwachsenenalter (Aphasie) sein. Dabei ist es möglich, dass alle Funktionsbereiche der Sprache und des Sprechens in unterschiedlicher Stärke betroffen sind: die Wortfindung, die Wortbedeutung, die Lautbildung, der Satzbau und auch das Sprachverständnis. Auch Lesen und Schreiben können gestört sein.

Störungen auf der Lautebene (“phonematische Paraphasien”)

Die Lautbildung von Wörtern ist bei dieser Störungsform unterschiedlich möglich: Laute können hinzugefügt, ausgelassen oder/und vertauscht werden – bis hin zur Unverständlichkeit (z.B. “das geise Sprutzel giegste baul” statt “das heiße Schnitzel spritzte laut”).

 

Störungen des Wortschatzes (“semantische Paraphasien”)

Hierbei kommt es zu Fehlbenennungen, bei denen der Betroffene ein anderes Wort sagt als er eigentlich meint, merkt es aber selbst nicht unbedingt. (z.B. “Pizzaspaghetti” statt “Pizza”, “”Haus” statt “Zimmer” o.ä.). Dabei ist die Ähnlichkeit der Wörter nicht ausschlaggebend. Es treten auch Wortfindungsstörungen auf, in der Art, die jeder von uns kennt (“es liegt mir auf der Zunge…”), nur wesentlich häufiger. In schweren Fällen kann es sein, dass Menschen mit Störungen des Wortschatzes nur einzelne Wörter oder immer wiederkehrende Floskeln sprechen (z.B.”..Freitag, dieser Freitag..!” oder “oi”).

Hände und Wortrainer beim Logopäden

Störungen der Grammatik

Logopädische PatientInnen mit Störungen der Grammatik können Probleme im Bilden vollständiger Sätze haben (z.B.”will Brot”), meist werden längere Sätze stark verkürzt. Oder sie haben Probleme im Bilden der korrekten Wortformen (“ich machen”). Bei manchen Störungen kommen auch verlängerte, sehr verschachtelte und teilweise logisch nicht korrekte Satzmuster vor (“Demnach habe ich gestern also das war so, gedacht habe ich mir das schon immer so rauf und runter”).

 

Sprachverarbeitung

Durch die Erkrankung ist häufig das gesamte Sprachsystem beeinträchtigt und es finden sich in der Diagnostik auch Probleme des Sprachverständnisses, des Lesens und Schreibens in unterschiedlich ausgeprägter Form. Diese Anteile sind im Gespräch mit den Patienten oft nicht direkt zu merken, da sprachrelevante Faktoren wie Sprachmelodie und Sprachrhythmus sowie erhaltene Funktionen des dialogischen Sprechens den Gesprächsfluss aufrecht erhalten.

Die Behandlung aphasischer Patienten ist je nach Störungsform und -umfang sehr unterschiedlich, immer auch mit Einbeziehung der Angehörigen und des Umfeldes.